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Gruner+Jahr Gebäude

Wie ein gestrandetes Schiff aus dem benachbarten Hafen liegt der mehr als ein Hektar grosse Gebäudekomplex am Elbufer. Vom Münchner Architekturbüro Steidle Anfang der Neunziger entworfen, kann es rückblickend als Prototyp einer bundesweiten Welle maritim inspirierter Architektur gelten.

Mit seinen Brücken, Bullaugen und Flugdächern war es stilbildend, wenn auch kaum eines der vielen Nachahmer die Qualität des Originals besitzt. Der wehrhafte Sockel wie eine Festung, die Aufbauten bewegt und sich öffnend wie eine Stadt in der Stadt. Wie sich das Gebäude in den Stadtgrundriss einpasst, ist vorbildhaft: An jeder Seite entstehen im Zusammenspiel mit der Umgebung spannungsreiche Räume. Insbesondere von der Michelwiese aus bietet das Bauwerk ein imposantes und dennoch gut sich einpassendes Bild – ein würdiges Gegenüber für St. Michaelis.

Für den Verlag Gruner+Jahr, für den das Gebäude errichtet wurde, ist das Gebäude längst zu groß, das Unternehmen zieht weiter in die Hafencity. Es ist kaum zu vorstellbar, dass der Bau abgerissen werden könnte, zumal die Stadt Hamburg für 2019 Kaufinteresse angemeldet hat. Mit Blick auf den unentimentalen Umgang mit mancher baukulturellen Perle in den letzen Jahren bleibt aber die Sorge, dass diese Ikone des Hamburger Elbufers letztlich dem Effizienzdenken zum Opfer fallen könnte.
Es ist Obacht geboten am Baumwall.

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