Rote Liste Hamburg

Das Register der bedrohten Bauten und Orte Hamburgs
Die Rote Liste hat das Ziel, von Umbau und Überformung bedrohte, prägende Orte sichtbar zu machen. Damit soll eine Diskussion angeregt werden, welche Orte auch abseits klassischer Denkmalschutz-Kriterien geschützt werden sollten.

Viele Orte sind nicht als Denkmal schützbar, aber dennoch sehr prägend für ihre Umgebung. Sie sind nicht selten von Veränderung bedroht – und mit ihnen der Charakter eines ganzen Stadtviertels. Solche Orte wollen wir sichtbar machen. Die Rote Liste richtet sich ausdrücklich nicht gegen Veränderung. Sie möchte aber sensibilisieren, Veränderung behutsam anzugehen und genau abzuwägen, an welchen Orten sich vielleicht die Seele der Stadt festmacht.

Drei Arten von Orten werden gesammelt

Die Rote Liste unterscheidet Orte, die unmittelbar vor der Veränderung stehen (akut bedroht) – hier ist oft nichts mehr zu retten – von Orten, die durch Eigentümerwechsel oder kommunizierte Umbauabsicht absehbar gefährdet sind. Hier kann die Diskussion sicher einfacher beeinflusst werden. Außerdem werden prägende Orte und Bauten dargestellt, die Hamburg verloren hat. Hier hoffen wir, mit der Hilfe Vieler ein Archiv der verlorenen Schätze Hamburgs aufzubauen.

So kannst Du mitmachen

Jede(r) kann mit Hilfe eines Online-Formulars Orte oder Gebäude zur Roten Liste hinzufügen.
Erwünscht sind Einträge, die einen konkreten Ort oder ein konkretes Gebäude benennen. Für generelle Meinungsäußerungen oder andere Kommentare bitte die Kommentarfunktion nutzen. Generell gelten die Regeln der Redefreiheit.

Ein Redaktionsteam prüft jeden Eintrag: Wird ein konkreter Ort genannt? Gibt es Belege dafür, dass der Ort tatsächlich von gravierender Veränderung bedroht ist? Beachtet der Beitrag die generellen Regeln der freien Rede?

Die Rote Liste kann nur funktionieren, wenn viele Orte eintragen. Erzähl Deinen Freunden von der Roten Liste. Wenn Du das Projekt darüber hinaus unterstützen möchtest, melde Dich bei redaktion@nexthamburg.de.

Jetzt aber weiter zur Roten Liste. Wir freuen uns auf Deine Beiträge!

5 Kommentare

  1. Moin Moin.
    Es geht um einen Eiskeller in Borgfelde, wir haben das Gebäude auch auf unserer Homepage bereits thematisiert. Es wurde vor ein paar Jahren der “Wohnungsbauinitiative” des Senats geopfert. Federführend war der damalige Bezirksamtsleiter Schreiber (steht der Immo-Branche sehr nah) und dem “Investor” Dieter Becken. Der Denkmalschutz wurde damals systematisch getäuscht und man soll sich auch über Fledermausgutachten hinweg gesetzt haben – das können wir nur leider nicht beweisen…..
    Mehr Infos und Bildmaterial bekommt Ihr selbstverständlich gerne !

  2. Hallo nexthamburg,

    vielen Dank für diese tolle Initiative.

    Ich bin Makler in Hamburg und auf Altbauten spezialisiert. Sie sind meine absolute Leidenschaft und ich besitze selbst ein Einfamilienhaus von 1929 im typischen Hamburger Rotklinker. Es war im 70er Jahre-Stil verunstaltet und wir haben es mühsam aber gerne im ursprüglichen Stil saniert.

    Diese Häuser gibt es ja mit Satteldach oder mit Walmdach. Dann nennt man sie oft “Hamburger Kaffeemühle”. Sie prägen in vielen Hamburger Stadtteilen (Walddörfer, Elbvororte, Rahlstedt, Wandsbek etc.) immer noch teilweise (!) die Wohnstraßen, aber sie sind bedroht, weil nicht unter Denkmalschutz. Auf den grossen Grundstücken (wie z.B. in Volksdorf) können nun oft Wohnklötze mit 5 Wohnungen errichtet werden und dann werden diese schönen alten Häuser einfach platt gemacht. Aus finanzieller Sicht verständlich, aber aus meiner Sicht sehr, sehr traurig. Vielleicht kann man hier gemeinsam etwas bewegen.

    In diesem Moment fällt mir auch eine Jugendstilvilla an der B 75 in Rahlstedt ein. Jetzt ist sie weg und ein Bauträger zieht dort etliche Eigentumswohnungen hoch. Schlimm!

    Hat jemand Ideen, wo man ansetzen kann, dass das nicht immer weiter geht und wir bald überall nur noch diese Styroporklötze stehen haben.

    Viele Grüße

    Dr. Björn Brünner

  3. Ich als Bewohnerin der Katherinenstr. 31 habe schon lange die Vermutung, dass der neue Eigentümer (Seit März 2013) vorhat das Haus gewinnbringend weiter zu verkaufen oder abzureissen. Ich selbst lebe seit 1970 in dem Haus, dass bis 2013
    noch in unserem Familienbesitz war und immer sehr gepflegt wurde. Es ist ein
    über 300 Jahre altes Fachwerkhaus und hat noch die alte Fachwerkfassade. Aber
    durch ständige Umbauten der Baustelle Katherinenstr. 29, welche sich auch in unser Haus verlagern und den Durchbruch zwischen beiden Häusern, muß man inzwischen befürchten, dass dieses bald einstürzt. Zumindest ist die Substanz in den Wohnungen schon angegriffen und es wird nichts unternommen. Auch ich werde wohl irgendwann mit meiner Familie nach 47 Jahren weichen müssen. Wir werden kämpfen.

  4. Ich kann das nur unterstützen. Gut, was Herr Brünner macht – und was er sagt. Ich wohne auch in so einer “Klinker-Kaffeemühle”, das niedliche Nachbarhaus wird bald einem “Profitklotz” weichen müssen. Und so ist es hier in Lokstedt überall: Das Viertel wird verändert, “urbanisiert”, Stil und Charakter verschwinden, das Grün verschwindet, die Wohn- und Lebensqualität werden reduziert. Es ist keine “menschliche” Stadt.

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